Bevölkerungsprojektion

Nach den vorliegenden Prognosen der Statistischen Ämter wird die Bevölkerung in der Großregion in den nächsten 30 Jahren auf großregionaler Ebene voraussichtlich leicht zunehmen, so dass im Jahr 2050 insgesamt 11.762.000 Menschen im Kooperationsraum leben werden. Das wären 0,6% oder rund 73.800 Bewohner mehr als 2020.

Die Struktur der Bevölkerung in der Großregion dürfte sich jedoch stark verändern. Die Bevölkerungsprojektionen bis 2050 zeigen eine fortschreitende Alterung der Bevölkerung: neben einem stetigen Rückgang der Altersgruppe der unter 20-Jährigen (-6,2%) wird vor allem die erwerbsfähige Bevölkerung im Alter von 20 bis 64 Jahre stark abnehmen (-9,2%).

Zwischen 2020 und 2050 dürften über 632.600 Menschen nicht mehr für den Arbeitsmarkt der Großregion zur Verfügung stehen. Dagegen wird die Altersgruppe der über 80-Jährigen um fast ebenso viele Menschen ansteigen (+608.680). Damit wird die Zahl der über 65-Jährigen im Jahr 2050 bei knapp 3,3 Millionen liegen, gegenüber 2,4 Mio. im Jahr 2020.

Bevölkerungsprojektion in der Großregion bis 2050

Veränderung gegenüber 2020 in %

Berechnungen: IBA·OIE | Quelle: Statistische Ämter der Großregion plus eigene Ergänzungen via STATBEL DEMOBEL

Für zwei der sechs Teilgebiete der Großregion sind nach heutigem Stand Bevölkerungszuwächse zu erwarten, insbesondere im Großherzogtum. Hier wird sogar ein beachtliches Wachstum von knapp 48% vorhergesagt, was in 2050 zu einer Gesamtbevölkerung von 923.653 führen würde. Die Bevölkerung in Luxemburg gehört damit zu den am stärksten wachsenden in der Europäischen Union. Bis 2060, Endpunkt der derzeitigen Prognosen, wird eine durchgehend positive Entwicklung erwartet.

Positive Entwicklung in der Wallonie im Gegensatz zur Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgien: In der Wallonie wird die Bevölkerung bis 2050 mit 212.693 zusätzlichen Einwohnern weiter anwachsen (um 5,8% im Vergleich zum Jahr 2020). Eine negative Entwicklung ist der DG Belgien prognostiziert, ein leichter Rückgang um 0,8% im Vergleich zu 2020. Somit wird die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgien in 2050 noch 77.230 Einwohner zählen (-642 Personen). Im Gegensatz zu Luxemburg und der Wallonie, wo bis 2060 eine Zunahme der Einwohner erwartet wird, scheint in der DG Belgien die Bevölkerung schon ab Anfang der 2030er Jahre zurückzugehen. Die Anstiege in Luxemburg und der Wallonie für den Betrachtungszeitraum 2020-2050 stehen auch im Gegensatz zu den Erwartungen für den europäischen Durchschnitt, der mit einem Rückgang von 1,4% rechnet.

Prognosen für Lothringen wieder negativ: Die aktuellen Prognosen für Lothringen sind nicht mehr so positiv wie früher: in den kommen-den 30 Jahren gehen die heutigen Prognosen von einem leichten Bevölkerungsrückgang aus (-71.787 Personen oder -3,1%). Im Jahr 2050 sollte Lothringen dann knapp 2,27 Millionen Einwohner zählen.

Weitere Bevölkerungsrückgänge im Saarland und in Rheinland-Pfalz: Im Gegensatz zu den oben beschriebenen Entwicklungen wird sich der seit längerer Zeit an-gekündigte starke Bevölkerungsrückgang im Saarland weiter fortsetzen: in den kommenden 30 Jahren wird das kleine Bundesland um 132.000 auf 854.000 Einwohner schrumpfen, was einer Abnahme von 13,4% entspricht. Auch die rheinland-pfälzische Bevölkerung wird schrumpfen, wenn auch weniger stark: bis 2050 wird ein Rückgang um 5,7% oder 233.093 Personen erwartet. Im Jahr 2050 wird das deutsche Bundesland noch 3,85 Millionen Einwohner zählen und im Folgejahr seinen Status als bevölkerungsreichstes Teilgebiet der Großregion verlieren - zu Gunsten der Wallonie mit dann voraussichtlich über 3,86 Millionen Menschen. Diese Diskrepanz wird sich dann im Laufe der folgenden Jahre immer weiter vergrößern.

Bevölkerungsprojektion in der Großregion bis 2050 bzw. 2060

Entwicklung der Gesamtbevölkerung bis 2050 bzw. 2060 gegenüber 2020 (2020=100)

Berechnungen: IBA·OIE | Quelle: Statistische Ämter der Großregion plus eigene Ergänzungen via STATBEL DEMOBEL

Die Bevölkerungsprojektionen auf kleinräumiger Ebene bis zum Jahr 2050 zeigen stark unterschiedliche Entwicklungstrends zwischen den Gebieten auf, welche sich durch die Unterschiede der Zu- bzw. Abwanderungsbewegungen sowie der Geburtenraten erklären lassen.

Besonders hohe Verluste werden bis 2050 im Saarland (-13,8%) und in Teilen der Westpfalz erwartet, beispielsweise in Birkenfeld und Pirmasens mit über -15%. Ursächlich für diese Rückgänge sind relativ starke Geburtendefizite, welche nicht durch Wanderungsüberschüsse ausgeglichen werden können. Die Kreise in der Westpfalz sind zudem geografisch relativ weit von den Zentren und den Ballungsräumen an der östlichen Grenze von Rheinland-Pfalz entfernt. In der Region Mainz fallen die Verluste wesentlich geringer aus, da diese von der geografischen Nähe zum Ballungsraum Rhein-Main sowie einer relativ guten Verkehrsinfrastruktur profitiert. Trotz der wirtschaftlichen Dynamik des angrenzenden Luxemburg wird die demografische Entwicklung der Region Trier voraussichtlich negativ verlaufen (-4,2%).

Für die Wallonie werden fast flächendeckend Bevölkerungszuwächse bis 2050 erwartet, wobei diese regional verschieden stark ausgeprägt sind: überdurchschnittlich wird die Bevölkerung voraussichtlich in den Arrondissements Waremme (+24,2%) und Bastogne (+23,1%) anwachsen, für Philippeville (-6,7%), Tournai (-3,1), Charleroi (-2,5%), Marche-en-Famenne (-2,2%), und Mouscron (-1,4%) werden dagegen mehr oder weniger leichte Rückgänge erwartet.

Die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgien kann laut der Prognosen ihr Status Quo fast halten (-0,6% bis 2050).

Für Lothringen wird insgesamt ein leichter Rückgang der Bevölkerung prognostiziert (-1,7%). Die Departements Moselle und Meurthe-et-Moselle steigen sich ganz leicht um +0,7 und +0,6%, wohingegen den Departements Vosges und Meuse Bevölkerungsrückgänge von -9,6 bzw. -8,6% prognostiziert werden.

Karte der Bevölkerungsprojektion in der Großregion

Entwicklung der Gesamtbevölkerung in der Großregion 2050 gegenüber 2020 in %

Berechnungen: IBA·OIE | Autor der Karte: GIS-GR / SIG-GR

Quellen: Rheinland-Pfalz: STLA RLP, 5. regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung (mittleren Variante, Basisjahr 2017); Saarland: STLA SL/DESTATIS, 14. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung (Basis 31.12.2018, Variante W2); Lorraine: INSEE, Estimations  de population et Recensements de la population; INSEE, Projections de population départementales et régionales à l'horizon 2050 réalisées avec le modèle OMPHALE 2017 selon le scénario central. Luxembourg: STATEC / EUROSTAT, Projections de population (scénario principal); Wallonie / DG Belgien: STATBEL - DEMOBEL ; Perspectives de population 2020-2071