Grenzgängerströme in der Großregion

Die grenzüberschreitenden Ein- bzw. Auspendlerströme werden von mehreren statistischen Ämtern verzeichnet. In den zwei folgenden Tabellen werden die Grenzgängerzahlen nach Wohnland und Quellen dargestellt. Es gibt Derzeit keine zuverlässigen Datenquellen von grenzüberschreitenden Einpendlern in Lothringen von INSEE. Die unterschiedliche Datenerhebungen erlauben leider keine vollständige Aussicht der Ströme für jeder Teilregionen und in alle Richtungen.

Grenzüberschreitende Ein- und Auspendler

* Daten berechnet mit aktuellen Zahlen der BA bzw. INAMI (2019) und dem Anteil der Lothringer an den französischen Auspendlern laut dem Zensus in Frankreich (2017)

Zum 30.06.2019 zählte das Saarland insgesamt 27.479 Einpendler aus Rheinland-Pfalz; in Rheinland-Pfalz arbeiteten zum gleichen Zeitpunkt insgesamt 17.830 Einpendler aus dem Saarland (Quelle: BA).

Berechnungen: IBA·OIE | Quellen: Deutschland, Saarland, Rheinland-Pfalz: Bundesagentur für Arbeit (Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zum 30.06.2019); Lorraine: INSEE, BA, INAMI; Luxembourg: IGSS (Actifs occupés et salariés soumis à l’assurance sociale obligatoire au 31/03/2019); Belgique, Wallonie: INAMI (Actifs ainsi que les travailleurs indépendants au 30/06/2019);

Seit Jahrzehnten steigen die Pendlerzahlen in der Großregion weiter an und dies war in der Summe auch in den letzten Jahren wieder der Fall. Hauptgrund hierfür war der weiterhin attraktive Arbeitsmarkt des Großherzogtum Luxemburg, während der Einpendlerstrom in das Saarland und nach Rheinland-Pfalz zurückgegangen ist. Leider ist es nicht mehr möglich, die Einpendler nach Lothringen auszuweisen. Insgesamt zählte der europäische Kernraum an Saar, Mosel und Maas im Jahr 2019 über 250.000 Grenzgänger. Lediglich in der Schweiz sind mehr Berufspendler mit ausländischem Wohnsitz beschäftigt[1]. Seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 ist der stetige Aufwärtstrend allerdings in seiner Dynamik gebremst: bis 2008 fielen die jährlichen Veränderungsraten mit rund 5% bis 7% wesentlich höher aus als in den Folgejahren (0,6% bis 2,4%). Allerdings ist es seit 2014 festzustellen, dass der Anstieg des Grenzgängeraufkommens in die Teilregionen der Großregion (ohne Lothringen) von Jahr zu Jahr höher war als im Vorjahr. So ist die Grenzgängerzahl 2018 und 2019 um 3,7 bzw. 3,5% gestiegen.

Die stetige Intensivierung der grenzüberschreitenden Arbeitnehmermobilität in der Großregion ist jedoch nicht in allen Teilgebieten zu beobachten. Der allgemeine Anstieg der Grenzgängerzahlen seit 2009 um fast ein Viertel lässt sich insbesondere auf die Entwicklungen in Luxemburg (+33,7% Einpendler) und der Wallonie in einem geringeren Ausmaß (+6,1% Einpendler) zurückführen. Die deutschen Bundesländer hingegen registrieren im gleichen Zeitraum einen Rückgang der einpendelnden Arbeitnehmer, die zum Großteil aus Frankreich kommen (Saarland: -17,7%; Rheinland-Pfalz: -14,8%).

Entwicklung der Grenzgängerbeschäftigung (Einpendler) in der Großregion

Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % 2009-2019 

Berechnungen: IBA·OIE | Quellen: IGSS; BA; INAMI

Auch Umfang und Richtung der Grenzpendlerströme in der Großregion unterscheiden sich stark von Teilgebiet zu Teilgebiet: Arbeitnehmer aus Lothringen machen über die Hälfte aller großregionalen Berufspendler (54,2%) aus. Das wichtigste Zielgebiet ist Luxemburg, wohin mehr als drei Viertel aller Grenzgänger einpendeln (79,2%). Außerdem ist der wallonische Arbeitsmarkt für die Grenzgänger aus der Großregion von relativ großer Bedeutung: Über ein Viertel aller Auspendler stammte 2019 aus der Wallonie, gleichzeitig verliefen 12,5% der Ein-pendlerströme in die belgische Teilregion. Die enormen Unterschiede zwischen den Teilgebieten erklären sich im Wesentlichen über die wirtschaftlichen Entwicklungen und die Arbeitsmarktsituationen in den Herkunfts- und Zielregionen. Die ausschlaggebenden individuellen Motive sind dabei das jeweilige Arbeitsplatzangebot sowie die entsprechenden Verdienstmöglichkeiten.[2]

Die regionalen Unterschiede spiegeln sich auch in den Grenzgängersaldi wider. So weist Luxemburg einen positiven Pendlersaldo von ungefähr 196.000 Grenzgängern auf, der Jahr für Jahr zunimmt. Auch das Saarland verzeichnet einen Arbeitskräftegewinn (6.680 Personen). Die übrigen Teilregionen weisen negative Pendlersaldi aus (Wallonie: -27.100, Rheinland-Pfalz: -30.100), wobei insbesondere der Auspendlerüberschuss in Lothringen mit mehr als 122.000 Arbeitskräften überdurchschnittlich hoch ausfällt. Hierbei gilt es jedoch zu beachten, dass für Lothringen keine Daten zu Einpendlern verfügbar sind. Dies führt dazu, dass in diesem Falle das Pendlersaldo der Summe der Auspendler aus Lothringen entspricht.

Verteilung der Grenzgänger in der Großregion 2019

Berechnungen: IBA·OIE | Quellen: IGSS; BA; INAMI; INSEE (Schätzungen)

Karte der Grenzgängerströme in der Großregion 2019

* Daten berechnet mit aktuellen Zahlen der BA bzw. INAMI (2019) und dem Anteil der Lothringer an den französischen Auspendlern laut dem letzten Zensus in Frankreich (2017)

** 4.360 Personen davon wohnen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens

Berechnungen: IBA·OIE | Quellen: IGSS; BA; INAMI; INSEE (Schätzungen)

Hinweise: Zum 30.06.2019 zählte das Saarland insgesamt 27.479 Einpendler aus Rheinland-Pfalz; in Rheinland-Pfalz arbeiteten zum gleichen Zeitpunkt insgesamt 17.830 Einpendler aus dem Saarland (Quelle: BA). Das Einzugsgebiet des grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes reicht über das Gebiet der Großregion hinaus. Das Grenzgängervolumen in der Großregion ist damit höher als die Gesamtzahl der Grenzgänger, die von einer Teilregion in eine andere pendeln.

Anzahl der grenzüberschreitenden Einpendler 2009-2019

Berechnungen: IBA·OIE | Quellen: BA, INAMI, IGSS