Atypische Beschäftigung

In der Großregion haben 7,5% der Arbeitnehmer einen befristeten Vertrag.

Luxemburg verzeichnete 2019 den höchsten Anteil an Arbeitnehmern mit befristetem Vertrag (9,1% aller Beschäftigten), gefolgt vom Saarland (7,4%). In der Wallonie liegt der Anteil am niedrigsten (6,5%).

Die stärkste Steigerung bei der Zahl der befristeten Verträge zwischen 2014 und 2019 wird in Luxemburg registriert (+1Pp), es folgt die Wallonie mit +0,8 Pp. In den deutschen Teilregionen ist ein Rückgang zu verzeichnen (-2,8% im Saarland, -1% in Rheinland-Pfalz) sowie in Lothringen leichte -0,2% in den letzten fünf Jahren.

In der Großregion sind junge Menschen (15-24 Jahre) überdurchschnittlich von befristeten Beschäftigungen betroffen.

2019 ist der Anteil der Jugend an allen befristeten Beschäftigungen leicht gestiegen (21,7% im Vergleich zu 24,4% im Jahr 2017). Der Anteil der jungen Menschen an der Arbeitnehmerschaft insgesamt ist ebenfalls leicht angestiegen (von 6,4% auf 6,6% aller Beschäftigten).

 

Im Jahr 2019 arbeiten mehr als ein Viertel aller Beschäftigten in der Großregion in Teilzeit – deutlich mehr als im Durchschnitt der Europäischen Union.

In den deutschen Regionen kommen diese Verträge am häufigsten vor (28,4% der Beschäftigungsverhältnisse im Saarland und 30,2% in Rheinland-Pfalz).

Die Wallonie und Lothringen weisen mit 23,9% bzw. 20,4% wesentlich geringer Werte aus, Luxemburg kann mit 17,2% den geringsten Anteil verzeichnen.

 

Verglichen mit der befristeten Beschäftigung ist die Leiharbeit in der Wirtschaft nur von geringer Bedeutung. Sie ist für die Unternehmen jedoch ein Mittel, schnell auf kurzfristige Arbeitskräftebedürfnisse einzugehen und somit Flexibilität zu erlangen. In allen Teilregionen erkennt man eine große Abhängigkeit der Leiharbeit von der Wirtschaftskonjunktur.

2019 zählte man in Luxemburg 9.710 Leiharbeiter, das entsprich einer Zunahme von 10,7% in einem Jahr (März 2018 vs 2019, IGSS). Dennoch ist der Anteil der Leiharbeit an der Gesamtbeschäftigung mit 2,2% hier vergleichsweise niedrig. Besonders im Saarland ist der Anteil an Leiharbeitskräften im Vorjahresvergleich stark zurückgegangen, um -9,1%. 2019 arbeiten hier 11.530 Menschen in der Leiharbeitsbranche, das entspricht einem Anteil von 2,3%. In Rheinland-Pfalz war der Rückgang der Anzahl an Leiharbeitern in 2019 noch deutlicher: -11,4% im Vergleich zu 2018. Mit 36.600 Leiharbeitern entspricht der Anteil auch nur 2% aller Arbeitnehmer in Rheinland-Pfalz. Seit 2013 ist Lothringen die Region mit dem höchsten Anteil der Leiharbeit an der Gesamtbeschäftigung, für 2018 liegt dieser bei 3,4%. Insgesamt sind 2018 in Lothringen 25.640 Leiharbeiter beschäftigt, was allerdings im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von 2,6% entspricht. In der Wallonie liegt der Anteil der Leiharbeitsverträge bei 2,5% der Gesamtbeschäftigung in 2018, etwas unterhalb des nationalen Wertes von 2,6%.

Leiharbeit in der Großregion 2013-2019

Anteil der Leiharbeiter an der Arbeitnehmerbeschäftigung insgesamt (Arbeitsort) in %

* Saarland, Rheinland-Pfalz: Zeitreihenbruch 2012-2013         ** Lorraine, France: Zeitreihenbruch 2015-2016

Berechnungen IBA·OIE | Quellen: Belgien, Wallonie: Direction générale Statistique - Statistics Belgium; Saarland, Rheinland-Pfalz: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; France/Lorraine: DIRECCTE, ab 2018: Dares (exploitation des déclarations sociales nominatives (DSN) et des fichiers Pôle emploi des déclarations mensuelles des agences d'intérim); Luxembourg: IGSS.