Grenzgänger nach Wohnort und atypische

Grenzgänger leben überwiegend in Grenznähe zu Luxemburg

Die Betrachtung der nachfolgenden Karte zeigt, dass die Wohnorte der Grenzgänger überwiegend nahe an den Grenzen des Großherzogtums liegen. Das zeigt sich etwa in Frankreich, das für den größten Teil der Grenzgänger nach Luxemburg verantwortlich ist: 2019 hatten mehr als das Viertel der in Luxemburg tätigen Grenzgänger ihren Wohnsitz im Arrondissement Thionville (26% bzw. etwas mehr als 51.000 Grenzgänger). Knapp 13% dieser Beschäftigten lebt im ebenfalls an der Grenze gelegenen Arrondissement Briey, gefolgt von Metz (8%). Somit leben in diesen drei Arrondissements 47% der nach Luxemburg einpendelnden Grenzgänger, oder 88 % der Lothringer, die sich entschieden haben, im Großherzogtum zu arbeiten. In Belgien, dem Land mit der längsten Grenze zu Luxemburg (148 km; Deutschland 138 km; Frankreich 73 km), ist eine breitere Verteilung der Grenzgänger entlang der Grenze zu beobachten. Trotzdem leben die Mehrheit der belgischen Grenzgänger im Süden. Im Arrondissement Arlon konzentriert sich 8% bzw. etwas mehr als 16.000 der nach Luxembourg eipendelnden Grenzgänger. Dieses Arrondissement liegt besonders nah an Luxemburg-Stadt und seiner Umgebung. Dort konzentriert sich der größte Teil der luxemburgischen Wirtschaftstätigkeit, insbesondere aufgrund der Präsenz großer luxemburgischer Arbeitgeber und europäischer Institutionen. Im Arrondissement Virton wohnen 18% der belgischen Grenzgänger. Saarland und Rheinland-Pfalz, den beiden einzigen deutschen Bundesländern, die eine Grenze zu Luxemburg teilen, nehmen 94% der aus Deutschland kommenden Grenzgänger. So ist auch hier ersichtlich, dass diese Arbeitnehmer überwiegend grenznah wohnen, 8% wohnen im Kreis Trier-Saarburg (mehr als 14.700 Grenzgänger). Es folgt der Eifelkreis Bitburg-Prüm mit 5%. Auf saarländischer Seite schließlich leben 3% der in Luxemburg tätigen Grenzgänger im Landkreis Merzig-Wadern (fast 6.400 Menschen). Der Landkreis Saarlouis ist mit einem Anteil von 1% das zweitwichtigste saarländische Wohngebiet der Grenzgänger. Allgemein kann man sagen: Je weiter man sich von den Grenzen des Großherzogtums entfernt, desto geringer der Anteil der Grenzgänger, die in diesen Gebieten leben.

Karte der in Luxemburg beschäftigte Grenzgänger nach Wohnort

In Luxemburg beschäftigte Grenzgänger nach Wohnort 2019 (zum 31.03.2019)

Autor der Karte: GIS-GR / SIG-GR

Berechnungen: IBA·OIE | Quelle: IGSS

Anzahl der atypischen Grenzgänger steigt weiter an

Knapp 10.000 Grenzgänger luxemburgischer Nationalität, leben in Deutschland, Belgien oder Frankreich, aber arbeiten in Luxemburg. Hierbei handelt es sich also um Personen, die Grenzgänger in ihrem eigenen Land sind – atypische Grenzgänger sozusagen. Ein Grund könnte in den gestiegenen Immobilienpreisen in Luxemburg liegen, weswegen immer mehr Bürger sich jenseits der Landesgrenze niederlassen, wo der Immobilienmarkt weniger angespannt ist. Ein anderes Phänomen erklärt ebenso den Anstieg der Zahl der atypischen Grenzgänger: Nach dem Gesetz des Erwerbs der luxemburgischen Staatsangehörigkeit durch Wiedereinbürgerung können Personen, die einen luxemburgischen Vorfahren haben, als Luxemburger eingebürgert werden, was auch einen gewissen Teil der atypischen Grenzgänger hier betrifft. Daher ist es hier nicht möglich, auf der Grundlage der IGSS-Daten zwischen den beiden oben genannten Fällen zu unterscheiden. Die größte Zahl der atypischen Grenzgänger lebt in Deutschland und in Belgien, wobei die Entwicklung in Deutschland am stärksten ausgeprägt ist: Zwischen 1999 und 2019 ist ihre Zahl um das 12-fache gestiegen. Im selben Zeitraum hat sich ihre Zahl in Belgien um das 8-fache und in Frankreich um das 7-fache erhöht. Die Tendenzen der letzten Jahre zeigen jedoch ein anderes Bild: von 2012 bis 2018 sind die Wachstumsraten für Belgien am höchsten und für Deutschland am niedrigsten. Zwischen 2018 und 2019 betrugen die Anstiege 11,4% für Belgien und Deutschland und 24,6%

Atypische Grenzgänger in Luxemburg

Grenzgänger luxemburgischer Nationalität mit Arbeitsort Luxemburg nach Wohnortland 2011-2019 (Anzahl jeweils zum 31.03.)

Berechnungen: IBA·OIE | Quelle: IGSS