Die im Rahmen der EU-Arbeitskräfteerhebung erfasste und nach dem ILO-Konzept harmonisierte Arbeitslosenquote betrug im Jahr 2019 in der Großregion 5,2% und lag damit 1,1 Prozentpunkte unter dem europäischen Niveau (6,3%).

Hinter dem großregionalen Wert verbergen sich aber große Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen: Das Saarland (3,7%) und vor allem Rheinland-Pfalz (2,7%) verzeichneten 2019 eine deutlich geringere Arbeitslosenquote als der Durchschnitt der Großregion, während der Arbeitsmarkt in der Wallonie und in Lothringen schlechter dastand (7,1% bzw. 8,1%). Die Arbeitslosenquote der DG Belgien (6,7%) konnte sich zwar positiv von der Wallonie abheben, bewegte sich aber dennoch weit oberhalb des großregionalen Mittels.

Innerhalb des Kooperationsraums entwickelten sich die Arbeitslosenzahlen seit 2009 unterschiedlich aber weitestgehend positiv: das Saarland (-4,7 Pp) und die Wallonie (-4,0 Pp) konnten im Betrachtungszeitraum den größten Rückgang verzeichnen. Im Vergleich dazu lag diese in der Großregion bei -3,5 Pp. In Rheinland-Pfalz nahm die Arbeitslosigkeit um 3,3 Prozentpunkte ab und in Lothringen um 3,1 Pp. Die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgien konnte noch einen Rückgang um 1,3 Pp verzeichnen, im Gegensatz zu Luxemburg, wo die Arbeitslosigkeit seit 2009 um 0,5 Prozentpunkte zunahm.

Zwischen 2009 und 2019 war der Anteil der Langzeitarbeitslosen an den Erwerbspersonen in der Großregion sichtbar rückläufig (-1,6 Pp); im Durchschnitt der EU-28 ist die Langzeitarbeitslosenquote in diesem Zeitraum lediglich um 0,5 Prozentpunkte gefallen. Im Jahre 2019 waren in der Großregion 41,3% der Arbeitslosen seit mehr als einem Jahr ohne Beschäftigung. Ihr Anteil an den Erwerbspersonen betrug 2,1%. Im europäischen Durchschnitt war der Anteil der Langzeitarbeitslosen unter den Arbeitslosen etwas niedriger (40,4%) und unter den Erwerbspersonen liegt er mit 2,5% auf dem gleichen Niveau wie in der Großregion.

Arbeitslosenquote insgesamt und nach Geschlecht 2019

Anteil der Arbeitslosen im Alter von 15 Jahren und mehr an den Erwerbspersonen der Altersgruppe in %

Berechnungen IBA·OIE | Quellen: Eurostat – LFS, DG Belgien: ADG

Laut den Zahlen der Arbeitsagenturen waren 2019 rund 534.400 Arbeitslose in der Großregion gemeldet, womit sich der Rückwärtstrend die vergangenen Jahre fortsetzte.

Allerdings sind für 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie andere Tendenzen zu erwarten: der Durchschnitt der ersten neun Monate des Jahres beträgt schon 573.700 Arbeitslose in der Großregion, eine Zunahme, die sich eher der Situation von 2016 nähert und dem positiven Rückgang der Arbeitslosenzahlen der vergangenen Jahre vorerst ein Ende setzt. Nicht alle Regionen verzeichnen dabei die gleiche Entwicklung bis 2019. Die Wallonie, Rheinland-Pfalz und das Saarland verzeichnen für das Jahr 2019 die geringste Zahl von Arbeitssuchenden seit über 20 Jahren. In Luxemburg und in Lothringen ist erst seit kurzem ein Rückgang der Arbeitssuchenden zu verzeichnen, für Lothringen ist diese Trendwende angesichts der Anzahl der betroffenen Menschen allerdings noch sehr relativ zu bewerten und von eher mäßigem Umfang.

Entwicklung der Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt 2000 - 2020*

Anzahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt von 2000 bis 2020 (*Jahresdurchschnitt der ersten 9 Monate), 2000=100

Berechnungen IBA·OIE | Quellen: Saarland: Bundesagentur für Arbeit; Lorraine: Pôle emploi – Dares, STMT, traitements Dares; Demandeurs d’emploi inscrits en fin de mois à Pôle emploi en catégorie ABC: région Grand Est – données CVS-CJO; Luxemburg: STATEC (Demandeurs d’emploi disponibles inscrits à l’ADEM en fin de mois. La série est recalculée en tenant compte des ruptures de séries); Rheinland-Pfalz: Bundesagentur für Arbeit; Wallonie: Service public wallon de l’emploi et de la formation (FOREM); DG Belgien: ADG – Arbeitsamt der DG