Bekanntlich nimmt der Anteil der Bevölkerung im erwerbstätigen Alter an der Gesamtbevölkerung ab, im Gegensatz dazu steigt die Gruppe derer, die aus dem Erwerbsleben ausscheiden an.

Bezogen auf das gesamte Gebiet der Großregion hat der Anteil der Altersgruppe der über 65-Jährigen zwischen 2001 und 2019 um 503.300 Personen (22%) zugenommen. Im Vergleich dazu hat die Erwerbsbevölkerung nur leicht zugenommen (+2,4% seit 2000 oder um +160.600 Personen), somit liegt die Zunahme der Altersgruppe ab 65 mehr als dreimal höher.

Diese Entwicklung in unterschiedlichen Geschwindigkeiten hat natürlich Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: zunächst bedeutet es, dass mehr Menschen den Arbeitsmarkt verlassen als neu hinzukommen, was sich natürlich auf die Finanzierung der Sozialversicherungssysteme (Gesundheit, Renten usw.) auswirkt. Ebenso aber auch auf die Abläufe in den Unternehmen, denn für die Unternehmen kann es zunehmend schwieriger werden, Personal zu finden und insbesondere Mitarbeiter mit besonders gefragten Qualifikationen zu gewinnen oder zu halten.

Zudem dürfte die Erhöhung des Anteils der über 65-Jährigen entsprechend den Bedürfnissen und Lebensverhältnissen der Älteren auch zu einer Zunahme der Nachfrage in bestimmten Wirtschaftsbereichen (Stichwort: Silver Economy) führen, etwa personenbezogenen Dienstleistungen, Gesundheit und Pflege, aber auch Tourismus und Freizeit sowie wohnortnahen Diensten (öffentliche Verwaltung, Konsum am Wohnort) und zum Beispiel bei vielfältigen und bedarfsgerechten Mobilitätsangeboten.

Langfristige Entwicklung der Bevölkerung über 65 Jahre

Entwicklung der Bevölkerung im Alter von mehr als 65 Jahren (Veränderung in %)

*DG Belgien: 2004-2019     **Lorraine: 2001-2017, 2010-2017, GR: inkl. Lorraine 2017

Berechnungen: IBA·OIE | Quellen: Eurostat plus eigene Ergänzung via STATBEL

Alle Teilregionen vermelden eine stetige Zunahme der Bevölkerung der Altersgruppe über 65 Jahre seit 2001, innerhalb der Großregion hat diese bis 2017 um 20,6% zugenommen.

Dieser Anstiegt wird zum größten Teil durch den starken Zuwachs in Luxembourg (+43,6%) sowie in Rheinland-Pfalz (+26,5%) und Lothringen (+23,7% bis 2017) getragen. Der europäische Durchschnitt übersteigt den großregionalen Wert für den Betrachtungszeitraum um knapp 9 Prozentpunkte, sowie alle nationalen Werte über den regionalen liegen.

Das Saarland verzeichnet eine Zunahme der genannten Bevölkerungsgruppe um 19,7%, was 46.873 Personen entspricht. In der Wallonie sind es mit 93.623 fast doppelt so viele Menschen, die älter als 65 Jahre sind, allerdings handelt es sich prozentual um eine geringere Zunahme (13,6% seit 2001). Die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgien verzeichnet den geringsten Zuwachs mit 11,4% im Zeitraum von 2004 bis 2019 und zählt 1.097 über 65-Jährige mehr als 15 Jahre zuvor.

Betrachtet man die langfriste Entwicklung von 2001 bis 2019 in ihrer Gesamtheit, zeigt sich eine unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Teilregionen.

Zeigt sich für Luxemburg ein konstanter Anstieg, so ist dieser in den restlichen Teilregionen bis 2011 verlangsamt und unstetig. Die Wallonie verzeichnet bis 2011 kaum Veränderung in der Bevölkerungsentwicklung der über 65-Jährigen, danach steigt diese allerdings an. Eine starke Zunahme in der betrachteten Altersgruppe ab 2011 lässt sich auch in Lothringen, dem Saarland und Rehinland-Pfalz beobachten.