2019 war jeder zweite Luxemburger im (halb-)öffentlichen Sektor tätig

Wird die Verteilung der drei relevanten Arbeitnehmergruppen auf dem luxemburgischen Arbeitsmarkt nach Wirtschaftsbranchen betrachtet, so zeichnet sich eine Segmentierung und damit auch eine starke Abhängigkeit Luxemburgs von externen Arbeitskräften in bestimmten Branchen ab. So ist vor allem der (halb-)öffentliche Bereich von luxemburgischen Arbeitskräften dominiert, wie etwa die öffentliche Verwaltung (88%), die Energieversorgung (66%) und das Gesundheits- und Sozialwesen (44%). Die Hinwendung der Luxemburger zu diesen Branchen liegt weitgehend in der Beherrschung der luxemburgischen Sprache sowie in der luxemburgischen Staatsbürgerschaft begründet, die oftmals eine Zugangsvoraussetzung für Arbeitsplätze im (halb-)öffentlichen Dienst bilden. Außerdem ist die zunehmende Konzentration von Luxemburgern in der öffentlichen Verwaltung durch die dort vorzufindenden krisenfesten und gut dotierten Arbeitsplätze motiviert. So kommt es, dass die IGSS für 2019 genau 40.410 gebietsansässige Luxemburger für diesen Sektor ausweist, was 34% aller Beschäftigten mit Luxemburger Nationalität und Wohnort entspricht.

Ansässige Ausländer und Grenzgänger im privaten Sektor beschäftigt

Des Weiteren ist eine hohe Konzentration von ansässigen Ausländern in privaten Haushalten mit Personal (76%), im Gastgewerbe (52%) sowie in der Land- und Forstwirtschaft (44%) aus-zumachen. Ferner sind sie mit 35% im Baugewerbe vertreten, wobei Grenzgänger hier bereits die Hälfte der Arbeitskräfte (56%) stellen. In anderen Branchen haben Grenzgänger noch mehr Gewicht. Dies gilt etwa im Verarbeitenden Gewerbe (66%), in Handel und Reparatur (58%), in den wirtschaftlichen Dienstleistungen (57%), in Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden (55%), in Information und Kommunikation (52%) oder in den freiberuflichen wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (50%). Der Vergleich der Anteile von Grenzgängern und ansässigen Ausländern in den jeweiligen Branchen zeigt, dass sich innerhalb des privatwirtschaftlichen Sektors Konkurrenzverhältnisse einerseits und Spezialisierungen beider Personengruppen andererseits abzeichnen.

In Luxemburg beschäftigte Grenzpendler arbeiten hauptsächlich im spezialisierten Bausektor

Im Jahr 2019 arbeitet die überwiegende Mehrheit, der aus den Teilregionen der Großregion stammenden und in Luxemburg beschäftigten Grenzgänger, im Bereich „vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallation und sonstiges Ausbaugewerbe“, wo sie 9,2% der Gesamtzahl der Grenzpendler ausmachen. Es folgt der Bereich „Erbringung von Finanzdienstleistungen“ (8,0%) und der Einzelhandel (7,6%). Diese ersten drei Sektoren machen fast ein Viertel der Grenzgänger in der Großregion aus (24,8%). Der größte Arbeitgeber der Grenzgänger aus den deutschen Bundesländern ist die Branche der vorbereitenden Baustellenarbeiten, Bauinstallation und sonstiges Ausbaugewerbe (13,9% im Saarland und 13,3% in Rheinland-Pfalz), während diese Branche in Lothringen nur der zweite Arbeitgeber ist (8,0%) und in der Wallonie an dritter Stelle steht (7,7%). Es können auch Spezialisierungen nach Teilregionen unterschieden werden. So sind beispielsweise lothringische Grenzgänger in der Kategorie „Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften“ (Leiharbeit) überwiegend präsent. Die Wallonen sind besonders vertreten im Bereich „Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung“. Unter den Grenzgängern aus dem Saarland ist ein höherer Anteil in Heimen (ohne Erholungs- und Ferienheime) beschäftigt. Schließlich sind die Rheinland-Pfälzer stark in den mit Finanz- und Versicherungsdienstleistungen verbundene Tätigkeiten aktiv.

In Luxemburg beschäftigte Arbeitnehmer nach Wirtschaftssektoren und Herkunftsgebiet

In Luxemburg beschäftigte Arbeitnehmer nach Wirtschaftssektoren (NACE Rev. 2) und Herkunftsgebiet am 31.03.2019 (Verteilung in %)

Berechnungen: IBA·OIE | Quelle: IGSS