Alterstruktur und Ausbildung der Einpendler

Rückgang der jüngeren Altersgruppen unter den Grenzgängern aus Frankreich

Der Blick auf die Entwicklung der Altersstruktur der einpendelnden Grenzgänger aus Frank-reich zeigt deutlich, dass die mittleren und älteren Altersgruppen in den vergangenen Jahren an Gewicht gewonnen haben: Im Jahr 2019 waren ähnlich wie in Rheinland-Pfalz beinahe drei Viertel der Pendler über 40 Jahre alt. Vor zehn Jahren machte diese Altersgruppe lediglich 67% der Grenzgänger aus. Entsprechend negativ haben sich die Anteile der jüngeren Altersgruppen entwickelt. Doch nicht nur die Anteile gingen zurück, sondern auch die Absolutzahlen: Die Zahl der unter 30-Jährigen sank um 567 und die der 30- bis 40-Jährigen um 2.113. Seit 2016 geht ebenfalls die Anzahl der über 40-Jährigen zurück. Im Zeitraum 2009-2019 betrug der Rückgang 813 Personen, was aber weitaus geringer ist, als die Verluste in den unteren Altersgruppen. Ein Teil der ehemals ins Saarland einpendelnden Franzosen ist inzwischen soweit gealtert, dass er bereits aus dem Arbeitsleben ausgeschieden ist. Die nachfolgenden Grenzgänger-Generationen aus Lothringen ziehen indessen den luxemburgischen Arbeitsmarkt dem saarländischen vor.

Grenzgänger aus Frankreich nach Altersgruppen

Im Saarland beschäftigte Grenzgänger aus Frankreich nach Altersgruppen 2009-2019 (jeweils zum 30.06.)

Berechnungen: IBA·OIE | Quelle: BA

Abnahme bei geringqualifizierten Einpendlern aus Frankreich ins Saarland

Trotz der per Saldo negativen Entwicklung des Einpendlerstroms entscheiden sich Arbeits-kräfte aus Frankreich neu dazu, täglich über die Grenze ins Saarland zu pendeln. Diese nach-rückenden grenzüberschreitenden Arbeitnehmer sind zunehmend hochqualifiziert. Zwischen 2009 und 2011 stieg die Zahl der französischen Grenzgänger mit (Fach-)Hochschulabschluss um 245 Personen (+22%). Danach stagniert diese Anzahl und erreicht 1.217 Personen in 2019, sprich einen Rückgang von 69 Personen (-5,4%) seit 2009. Gleichzeitig sank die Zahl der geringqualifizierten Einpendler um 1.217 Personen (-38%). Auch die Zahl der Grenzgänger mit abgeschlossener Berufsausbildung ging zurück (-2.970 Personen; -24%). Obwohl der amtlichen Statistik für rund 15% der Grenzgänger keine Informationen zum Qualifikationsniveau vorliegen, lässt sich auch bei den aus Frankreich ins Saarland einpendelnden Arbeitskräften eine Tendenz zu Qualifizierten und höher Qualifizierten erkennen.

Grenzgänger aus Frankreich nach Bildungsabschluss

Im Saarland beschäftigte Grenzgänger aus Frankreich nach Bildungsabschluss 2019 (zum 30.06.), Verteilung in %

Berechnungen: IBA·OIE | Quelle: BA

Der Großteil der französischen Einpendler sind Fachkräfte

Atypische Grenzgänger sind – nach Anforderungsniveau ihres Berufes betrachtet – über-durchschnittlich häufig in den hochqualifizierten Tätigkeitsbereichen zu finden: die deutschen Einpendler machen 55% aller Experten aus. Allerdings stellen sie die Minderheit in allen anderen Bereichen, wie bei den Helfern, wo sie mit 15% unterrepräsentiert sind – Helfertätigkeiten üben in erster Linie die französischen Grenzgänger aus (85%). Der Anteil der Helfer an der Grenzgängerbeschäftigung insgesamt liegt bei etwa 24%, der der Experten und Spezialisten bei 6% bzw. 7%. Demnach besteht der Großteil der einpendelnden Grenzgänger aus Fachkräften (63%).

Grenzgänger aus Frankreich nach Anforderungsniveau ihres Berufs

Im Saarland beschäftigte Grenzgänger aus Frankreich nach Anforderungsniveau ihres Berufs (zum 30.06.2019, Anteile in %, Anzahl absolut)

Berechnungen: IBA·OIE | Quelle: BA