2009 pendelten 74% der lothringischen Grenzgänger nach Luxemburg im Vergleich zu 82% im Jahr 2019

Auch im Jahr 2019 war Lothringen die Region, aus der die meisten Erwerbstätigen, die in andere Teilgebiete der Großregion pendeln, stammen. Insgesamt zählte Lothringen 120.310 Auspendlern; das sind 53% der Grenzpendler dieses Kooperationsraums. Luxemburg zieht 82% dieser lothringischen Grenzpendler an (10 Jahre früher waren es 74%), gefolgt vom Saarland (12%), der Wallonie (4,3%) und von Rheinland-Pfalz (1,1%).

Die Entwicklung der lothringischen Grenzgänger für den Zeitraum 2011-2019 zeigt, dass sich die in den letzten Jahren beobachteten Haupttrends fortsetzen:

  • Tendenziell nahm der Grenzpendlerstrom während des gesamten Zeitraums zu und stieg von 80.000 Beschäftigten im Jahr 2004 auf 96.300 im Jahr 2011 und 120.310 im Jahr 2019 an, was einer durchschnittlichen jährlichen Veränderungsrate von +2,7% zwischen 2004 und 2011 und +2,8% zwischen 2011 und 2019 entspricht.
  • Der Schereneffekt setzt sich fort. Während Luxemburg im Zeitraum 2011-2019 immer mehr Grenzgänger anzieht (+38,2%), verlieren die anderen Teilregionen Grenzgänger: -3,7% in die Wallonie, -6,7% nach Rheinland-Pfalz und -10,8% ins Saarland.
  • Im Jahr 2019 machen Grenzgänger 46% der Gesamtbeschäftigung in Luxemburg aus – davon kommt die Hälfte aus Frankreich (53%). Zum Vergleich: Die Schweiz, die vor der Großregion den größten grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt darstellt, weist 2019 mit geschätzten 6,3% eine deutlich geringere Abhängigkeit von der grenzüberschreitenden Beschäftigung auf. Die Franzosen stellten 55% der in der Schweiz beschäftigten Grenzgänger dar.
  • In dem letzten Jahrzehnt weisen nur die Ströme Richtung Luxemburg eine positive Entwicklung von Jahr zu Jahr auf, gekennzeichnet durch einen besonders zunehmenden jährlichen Anstieg in den Jahren 2014 bis 2017 (+3,5% zwischen 2014 und 2015, +5,2% zwischen 2015 und 2016, +5,9% zwischen 2016 und 2017). Danach liegt die jährliche Steigerung bei rund 5%, zwischen 2018 und 2019 konnte eine Zunahme von 4,7% verzeichnet werden. Die anderen Teilregionen erleben zum Teil widersprüchliche Veränderungen von einem Jahr zum anderen, was eine übergreifende Analyse der Situation erschwert.

Lothringische Grenzpendler nach Zielgebiet

Lothringische Grenzpendler nach Zielgebiet 2011-2019

Berechnungen: IBA·OIE | Quellen: INSEE, Direction Lorraine; Saarland, Rheinland-Pfalz, Wallonie: Schätzungen auf Basis der Daten der BA und des INAMI; Luxemburg: IGSS

In Luxemburg beschäftigte Grenzgänger aus Frankreich wohnen überwiegend nah von der Grenze

Das zeigt sich etwa in der Region Lothringen, die für den größten Teil der Grenzgänger nach Luxemburg verantwortlich ist: 2019 hatten mehr als die Hälfte der in Luxemburg tätigen Grenzgänger ihren Wohnsitz im Arrondissement Thionville (51,8% bzw. etwas mehr als 51.000 Grenzgänger). Knapp ein Viertel dieser Beschäftigten lebt im ebenfalls an der Grenze gelegenen Arrondissement Briey, gefolgt von Metz (15,8%). Somit leben in diesen drei Arrondissements 93,0% der Lothringer, die sich entschieden haben, im Großherzogtum zu arbeiten.

In Luxemburg beschäftigten Grenzgänger aus Frankreich

In Luxemburg beschäftigte Grenzgänger aus Frankreich nach Wohnort (Arrondissements) zum 30.06.2019 und Veränderung 2011-2019

Autor der Karte: GIS-GR / SIG-GR

Berechnungen: IBA·OIE | Quelle: BA