Einpendlerstrom aus Frankreich im Jahr 2019 weiterhin rückläufig

Im Jahr 2019 pendelten 4.105 Erwerbstätige aus Frankreich nach Rheinland-Pfalz. Der Einpendlerstrom entwickelt sich seit 2001 tendenziell rückläufig, auch wenn 2008 ein sprunghafter Anstieg (+4,5%) und im Jahr 2011 ein leichter Zuwachs von 1% festzustellen waren. Seit 2014 war die Zahl der Menschen aus Frankreich, die zum Arbeiten nach Rheinland-Pfalz pendeln, dann auch wieder rückläufig; zwischen 2014 und 2019 sank ihre Anzahl um circa 400 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der Grenzgänger um 97 Personen abgenommen, davon hatten 53 die deutsche Nationalität. Auch in den kommenden Jahren ist eine Fortsetzung des bisherigen Trends anzunehmen.

Grenzgänger aus Frankreich nach Nationalität

In Rheinland-Pfalz beschäftigte Grenzgänger aus Frankreich 2000-2019 (jeweils zum 30.06.)

Berechnungen: IBA·OIE | Quelle: BA

Atypische Grenzgänger federn rückläufigen Einpendlerstrom aus Frankreich leicht ab

Der Grenzgängerstrom aus Frankreich nach Rheinland-Pfalz ist seit 2001 insgesamt rückläufig (-25,0%). Die Betrachtung nach Nationalität zeigt, dass der Rückgang bei den Franzosen mit 25,9% weitaus stärker war als bei den sogenannten atypischen Grenzgängern deutscher Nationalität (-19,9%). Mitte 2019 betrug deren Zahl 710 Personen – somit war fast jeder fünfte Arbeitnehmer, der von Frankreich nach Rheinland-Pfalz einpendelte, ein Deutscher (17,3%). Im Jahr 2001 lag der Anteil der atypischen Grenzgänger bei 16,2%. Im Zuge der unmittelbaren Folgen der Krise in den Jahren 2009/2010 ließ sich eine unterschiedliche Entwicklung beider Pendlergruppen beobachten: Die Veränderungsquoten gegenüber dem Vorjahr brachen bei den Grenzgängern mit deutscher Nationalität weniger spürbar ein als bei den Einpendlern anderer Nationalitäten.

Die Hälfte der Einpendler aus Frankreich arbeitet im Kreis Germersheim

Die rückläufige Entwicklung des Einpendlerstroms aus Frankreich nach Rheinland-Pfalz dürfte auf die räumliche Konzentration der französischen Einpendler im grenznahen Germersheim zurückzuführen sein. Der Landkreis ist als Industriehochburg und Standort eines der weltweit größten Lkw-Montagewerke der Daimler AG (Mercedes Benz) in Wörth am Rhein ein besonderer Beschäftigungsschwerpunkt, welcher einem nicht unerheblichen Anteil an französischen Einpendlern (insbesondere aus dem Elsass) seit den 1970er Jahren Beschäftigung gibt. Mit der Ansiedlung von Daimler-Benz und der Mobil-Oil-Raffinerie wurde damals ein Standort mit ca. 12.000 Arbeitsplätzen geschaffen. Anfang der 1980er Jahre kamen die bei Daimler-Benz beschäftigten französischen Grenzgänger vor allem aus Gemeinden der elsässischen Kanto-ne Wissembourg, Haguenau, Bischwiller, Niederbronn, Lauterbourg und Soultz-sous-Forêts. Der Landkreis bietet derzeit rund der Hälfte aller französischen Grenzgänger in Rheinland-Pfalz einen Arbeitsplatz (48,1%). Diese Arbeitsplätze sind stark abhängig vom Konjunkturverlauf der Nutzfahrzeugbranche, die nach einem ausgesprochenen Boomjahr 2008 von der anschließenden Wirtschaftskrise weltweit mit am stärksten betroffen war.

Betrachtet man jedoch die letzten acht Jahre, ist ein weit überdurchschnittlicher Abbau der Grenzgängerbeschäftigung im Kreis Germersheim auszumachen (-486 Arbeitsplätze bzw. - 19,8%; im Vergleich zu Rheinland-Pfalz 2011-2019: -15,0%). Nur Pirmasens war mit einem Rückgang von -27,0% verhältnismäßig noch stärker betroffen. Neben Germersheim arbeitet ein relativ großer Anteil der französischen Einpendler in Zweibrücken (15,4%). Bedeutsame Arbeitgeber in Zweibrücken sind dort angesiedelte Maschinenbauunternehmen wie Tadano Demag und John Deere mit 1.600 (2019) bzw.1.000 Beschäftigten insgesamt (2020).

Karte der in Rheinland-Pfalz beschäftigten Grenzgänger aus Frankreich

In Rheinland-Pfalz beschäftigte Grenzgänger aus Frankreich nach Arbeitsort (Kreise) zum 30.06.2019 und Veränderung 2011-2019

Autor der Karte: GIS-GR / SIG-GR

Berechnungen: IBA·OIE | Quelle: BA