Mehr als 43.000 Auspendler Richtung Luxemburg im Jahr 2019

Nach den Daten von INAMI pendelten im Jahr 2019 aus der Wallonie 56.688 Arbeitskräfte aus, von denen über drei Viertel (77,0%) in Luxemburg arbeiteten, gefolgt von Frankreich (12,5%) und Deutschland (10,6%). Der Auspendlerstrom ist zwischen 1996 und 2008 um circa 76% gewachsen (d. h. eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate – CAGR – von 4,8%), was vor allem auf die Anziehungskraft des luxemburgischen Arbeitsmarkts zurückzuführen ist. Während die Zahl der Grenzgänger in Richtung Frankreich nur um 7% wuchs (das entspricht einer CAGR von 0,5%), nahm der Strom nach Deutschland um 29% zu (entsprechend einer CAGR von 2,2%), und mit mehr als einer Verdopplung der Grenzgängerzahlen blieb Luxemburg Platz 1 der Zieldestinationen (+106%, d. h. eine CAGR von 6,2%). Die Krise von 2009 führte zu einer deutlichen Verlangsamung des Einpendlerzuwachses, der im Vergleich zum Vorjahr nur um 0,8% zunahm. Seitdem sind die Raten niedriger als die Änderungsraten vor der Krise). Zwischen 2012 und 2019 stieg die Zahl der Auspendler um 19,2% mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 2,5% (etwas mehr als die Hälfte der 4,8 prozentigen Rate zwischen 1996 und 2008).

Auspendler nach zielgebiet

Grenzüberschreitende Auspendler aus der Wallonie nach Zielgebiet 2000-2019 (jeweils zum 30.06.)*

* ohne Grenzgänger in die Niederlande (1.194 Personen zum 30.06.2019)

Berechnungen: IBA·OIE | Quelle: INAMI

Mehr als jeder dritte Luxemburg-Pendler wohnt im Arrondissement Arlon

Ein erheblicher Teil der Pendler aus der Wallonie nach Luxemburg wohnte im Jahr 2019 im Arrondissement Arlon (36,4%). Dies geht vermutlich auf die geografische Nähe zum Großherzogtum zurück. An zweiter Stelle folgt mit einigem Abstand Virton mit 16,8%. Die zwischen 2011 und 2019 registrierten Entwicklungen der Auspendlerströme in Richtung Luxemburg zeigen für die Wallonie insgesamt Zuwächse von ca. 23%, was ungefähr 8.200 neuen Grenzgängern entspricht. Die größten Zuwächse gab es in den letzten 10 Jahren in den Arrondissements in direkter Nachbarschaft zu Luxemburg: Arlon weist 2.732 neue Luxemburg-Pendler aus (+20,8%), Bastogne verzeichnet ein Plus von 33,4%, was 1.529 Personen entspricht und in Verviers sind es 1.371 (d.h. +29,7%). Auffallend sind außerdem die Zuwächse von 1.023 Auspendlern in Neufchâteau und von 1.197 in Virton. Relativ gesehen ist die Wachstumsrate der Zahl der Grenzgänger, die nach Luxemburg pendeln, auch in Marche-en-Famenne (+29,9% oder +215 Arbeitnehmer) und Philippeville (+31,7% oder +13 Arbeitnehmer) sehr hoch.

Karte der in Luxemburg beschäftigten Grenzgänger aus der Wallonie

In Luxemburg beschäftigte Grenzgänger aus der Wallonie nach Wohnort (arrondissements) zum 30.06.2019 und Veränderung 2011-2019

Autor der Karte: GIS-GR / SIG-GR

Berechnungen: IBA·OIE | Quelle: IGSS

Die meisten Auspendler nach Frankreich wohnen im Westen der Wallonie

Mehr als drei Viertel der Auspendler aus der Wallonie, die in Frankreich arbeiten, kommen aus den westlichsten Arrondissements Mouscron (1.445) und Tournai (3.260). Diese beiden Arrondissements sind auch für 60% der Zuwächse zwischen 2011 und 2019 verantwortlich, 1.594 der 2.632 neuen Grenzgänger ins Nachbarland stammen von hier. Es ist anzunehmen, dass diese Grenzgänger in erster Linie in den ehemaligen französischen Regionen Champagne-Ardenne sowie Nord-Pas-de-Calais arbeiten und nicht in die der Großregion zugehörige Region Lothringen auspendeln.

Karte der in Frankreich beschäftigte Grenzgänger aus der Wallonie

In Frankreich beschäftigte Grenzgänger aus der Wallonie nach Wohnort (arrondissements) zum 30.06.2019 und Veränderung 2011-2019

Autor der Karte: GIS-GR / SIG-GR

Berechnungen: IBA·OIE | Quelle: IGSS