Newsletter Januar 2026

Erhöhung der Beschäftigungsquote junger Menschen zwischen 2014 und 2024

Erhöhung der Beschäftigungsquote junger Menschen zwischen 2014 und 2024

Die Beschäftigungsquote entspricht dem Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung einer bestimmten Altersgruppe. In der Großregion lag die Beschäftigungsquote der 15- bis 24-Jährigen im Jahr 2024 bei 36,0 % und war damit 3,0 Prozentpunkte höher als 2014. Im Vergleich zur Altersgruppe der 20- bis 64-Jährigen, deren Beschäftigungsquote im Jahr 2024 bei 74,7 % lag, ist die Beschäftigungsquote junger Menschen deutlich niedriger. Dieser Unterschied ist auch in allen Teilregionen zu beobachten, allerdings mit mehr oder weniger ausgeprägten Abweichungen.

Im Allgemeinen ist die Beschäftigungsquote junger Menschen immer niedriger als die der Altersgruppe der 20- bis 64-Jährigen. Der Übergang von der Schule oder Berufsausbildung ins Berufsleben erfolgt für viele zwischen 15 und 24 Jahren, je nach Art der gewählten Ausbildung. Es ist auch zu beachten, dass junge Erwerbstätige, die auf den Arbeitsmarkt kommen, über weniger Berufserfahrung verfügen und manchmal Schwierigkeiten haben, einen festen Arbeitsvertrag zu bekommen. Der Einstieg in den Arbeitsmarkt erfolgt oft zunächst über befristete Verträge. Der Wechsel zwischen Phasen der Arbeitslosigkeit und befristeten Verträgen ist für viele ein unvermeidlicher Schritt, der sich auf die Beschäftigungsquote junger Menschen auswirkt.

Darüber hinaus variieren die Beschäftigungsquoten junger Menschen innerhalb der Großregion stark zwischen den einzelnen Teilregionen. Rheinland-Pfalz und das Saarland weisen mit 54,2 % bzw. 47,2 % die höchsten Quoten auf. Die anderen Teilregionen liegen unter dem Durchschnitt der Großregion (36%). Während die wirtschaftliche Lage der verschiedenen Regionen logischerweise einen Einfluss auf die Beschäftigungsquote junger Menschen haben kann, sind die Unterschiede in den Quoten auch weitgehend auf Unterschiede in den Bildungs- und Ausbildungssystemen oder auf die unterschiedliche Behandlung von Nebenjobs von Schülern und Studenten zurückzuführen.

Auf jeden Fall ist anzumerken, dass in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen viele junge Menschen nicht erwerbstätig sind, weil sie sich für eine schulische oder universitäre Ausbildung entschieden haben. Nach ihrem Abschluss sind sie (zum größten Teil) bereit, in den Arbeitsmarkt einzutreten. Eine niedrige Beschäftigungsquote in dieser Altersgruppe ist daher nicht unbedingt besorgniserregend.  Die Indikatoren für die Arbeitslosigkeit junger Menschen und vor allem die NEET-Quote (junge Menschen, die weder in Arbeit noch in Ausbildung sind) sind aussagekräftiger, um die Situation der Nichterwerbstätigkeit junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt zu messen und zu analysieren.

Die aufeinanderfolgenden Krisen haben direkte Auswirkungen auf die Beschäftigung junger Menschen.

Eine Analyse der Beschäftigungsquote im Zeitverlauf zeigt, dass die Krisen der letzten zehn Jahre sowohl die Beschäftigungsquote der gesamten Erwerbsbevölkerung als auch die der Jugendlichen beeinflusst haben. Im Laufe des Jahres 2020 sank die Beschäftigungsquote der Jugendlichen in allen Teilregionen der Großregion mit Ausnahme der Wallonie. Somit lag die Beschäftigungsquote junger Menschen in der Großregion im Jahr 2020 bei 32,9 %, was einem Rückgang von 1,7 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Im Zeitraum 2020 bis 2022 unterscheidet sich die Situation in der ehemaligen Region Lothringen besonders von den anderen Teilregionen. Tatsächlich war der Anstieg der Beschäftigungsquote junger Menschen in der französischen Komponente mit einem Plus von 9,3 Prozentpunkten am höchsten. Dieser Anstieg ist zum Teil auf die Sonderhilfen für Ausbildungsverträge zurückzuführen, die die französische Regierung im ersten Jahr der Pandemie eingeführt hat. Zwischen 2022 und 2023 stagniert der Trend in allen Teilregionen, mit Ausnahme von Wallonien und Luxemburg, die einen Anstieg der Jugendbeschäftigungsquote verzeichnen (jeweils + 1,2 und + 1,5 Prozentpunkte im Jahr 2023). Zwischen 2023 und 2024 ändert sich die Situation in den einzelnen Regionen schließlich kaum - außer in Lothringen: Hier geht die Beschäftigungsquote junger Menschen um 6,3 Prozentpunkte zurück. Im gleichen Zeitraum sinkt die Beschäftigungsquote in der Großregion um 1,4 Prozentpunkte. Diese negative Entwicklung ist vor allem auf die Quote der jungen Männer zurückzuführen, deren Quote um 2,1 Punkte sinkt, während die der Frauen nur um 0,8 Punkte zurückgeht.