Newsletter Juni 2026
1. 2025 erreicht die Beschäftigungsquote in der Großregion mit 75,3 % einen Rekordwert seit 2000
Den Daten der EU-Arbeitskräfteerhebung zufolge lag die Gesamtbeschäftigungsquote in der Großregion im Jahr 2025 bei 75,3 % und somit ca. ein Prozentpunkt unter dem europäischen Durchschnitt von 76,2 %. Für die Großregion stellt der ermittelte Wert jedoch einen Rekordwert seit dem Jahr 2000 dar. Die Ergebnisse fielen innerhalb des Kooperationsraums deutlich unterschiedlich aus: Trotz des Anstiegs der Beschäftigungsquoten in allen Teilregion der Großregion in den vergangenen 10 Jahren bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede zwischen ihnen: Zwischen der höchsten und der niedrigsten Beschäftigungsquote lagen ca. 15 Prozentpunkte. In den beiden deutschen Bundesländern sowie in der deutschsprachigen Gemeinschaft (2023) bewegten sich die Beschäftigungsquoten über dem großregionalen Durchschnitt.
Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage verzeichnen fast alle Teilregionen eine positive Entwicklung zum Vorjahr. Vor allem die Wallonie und Lothringen schneiden im großregionalen Vergleich mit einem Anstieg ihrer Beschäftigungsquoten um ca. 1 Prozentpunkt gut ab. Die Beschäftigungsquote Luxemburgs ging dagegen minimal zurück.
Anstieg der Beschäftigungsquote in der Großregion seit 2015
Die Beschäftigungsquote in der Großregion ist im Zeitraum von 2015-2025 um 5,3 Prozentpunkte gestiegen und liegt seit 2018 leicht unter dem EU-27-Durchschnittswert, der allerdings in der Langzeitbetrachtung seit 2014 eine bessere Entwicklung erlebte (+7,2 Prozentpunkte). Zurückzuführen ist dieses positive Ergebnis der Großregion auf die Entwicklung in Lothringen: (+6,6 Pp) und in der Wallonie (+6,4 Pp).
Hinsichtlich des neuen Ziels des Aktionsplans der Europäischen Kommission zur Europäischen Säule sozialer Rechte, bis 2030 eine Beschäftigungsquote von über 78 % zu erreichen, liegt die Großregion im Jahr 2025 2,7 Prozentpunkte unter diesem Ziel. Nach einem Rückgang im Jahr 2020 aufgrund der Gesundheitskrise durch das Coronavirus ist die großregionale Beschäftigungsquote jedes Jahr bis 2025 gestiegen.
2. Grenzen verbinden, Zukunft gestalten: Der Bundeskongress „Tag der Regionen“ in Trier
Am 9. und 10. Juni 2026 fand in Trier der deutsche Bundeskongress „Tag der Regionen“ auf Einladung der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Verena Hubertz, statt. Unter dem Leitthema „Grenzen verbinden – Räume vernetzen – Zukunft gestalten“ kamen Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und regionalen Initiativen zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Chancen der Raumentwicklungs- und Regionalpolitik zu diskutieren.
Der Kongress bot ein vielfältiges Programm mit zahlreichen Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Fachforen und Exkursionen. Im Mittelpunkt standen innovative Ansätze der grenzüberschreitenden und interregionalen Zusammenarbeit. Praxisbeispiele zeigten, wie Kooperationen über territoriale, kommunale und institutionelle Grenzen hinweg erfolgreich gestaltet werden können, aber auch welche Herausforderungen bestehen. Beispielsweise berichteten Vertreterinnen der Euregio Via Salina aus dem Raum Vorarlberg–Allgäu–Außerfern von Schwierigkeiten bei der grenzüberschreitenden Pflegeversorgung, etwa wenn österreichische Pflegedienste zwar einspringen könnten, deren Leistungen jedoch nicht von deutschen Krankenkassen übernommen werden. Die Region Ems-Achse e. V. stellte Strategien zur Gewinnung von Fachkräften aus Südafrika vor.
Von vielen Seiten, darunter auch Bundesministerin Verena Hubertz, wurde die Bedeutung belastbarer und vergleichbarer Daten für Grenzregionen hervorgehoben. Gleichzeitig wurde betont, wie wichtig der Mut ist, sich gemeinsam auf den Weg zu machen und die Potenziale von Grenzregionen zu nutzen – ihre Kreativität, Innovationskraft und die Bereitschaft, voneinander zu lernen. Wie Claude Meisch, Minister für Wohnungsbau und Raumentwicklung Luxemburgs, anmerkte: „In Grenzregionen hat man Kreativität entwickelt.“
Der Austausch von Erfahrungen und das Lernen voneinander standen im Mittelpunkt des Kongresses. Dies spiegelte sich auch in der Keynote „Über die Ziellinie hinaus: Wie Teamgeist und Mut neue Grenzen möglich machen“ von Franziska Schenk, Weltmeisterin im Eisschnelllauf, Olympiamedaillengewinnerin und Journalistin, wider. Anhand ihrer Erfahrungen aus dem Spitzensport verdeutlichte sie, wie wichtig Offenheit für neue Wege und die Bereitschaft zur Veränderung sind. Dabei erinnerte sie an einen Satz ihres Trainers: „Wir können den Trainingsplan vom letzten Jahr machen, aber das wird uns nichts bringen.“
Die Großregion präsentierte sich während des Kongresses mit einem eigenen Stand direkt im Eingangsbereich der Veranstaltung. Neben dem Gipfelsekretariat der Großregion waren dort die Task Force Grenzgänger 3.0, das GIS-GR, Quattropole, die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz sowie die Euregio SaarLorLux+ vertreten. Auch die IBA·OIE war vor Ort präsent und nutzte die Gelegenheit, die Großregion und ihre Arbeit einem Fachpublikum vorzustellen.



