Newsletter Februar 2026
Im Jahr 2022 zählte die ehemalige Region Lothringen etwas mehr als 1.000 Einpendler
Nachdem sie mehrere Jahre lang fehlten, können die Pendlerströme nach Lothringen nun wieder auf unserer Karte der Grenzgängerströme in der Großregion dargestellt werden. Die letzten verfügbaren und zuverlässigen Daten stammten aus dem Jahr 2013 und wurden von der CNAMTS (Caisse Nationale d’Assurance Maladie des Travailleurs Salariés de la France - französische Krankenkasse für Arbeitnehmer) bereitgestellt. Die von Jahr zu Jahr beobachteten erheblichen Schwankungen, die unerklärbar waren, hatten die statistischen Ämter der Großregion dazu veranlasst, die Datenquelle als unzuverlässig einzustufen.
Während der französischen Präsidentschaft der Großregion (2021/2022) und des Vorsitzes des Lenkungsausschusses der IBA-OIE durch den Regionalrat Grand Est hat unser Netzwerkpartner Alexandre Parment in Zusammenarbeit mit dem Pôle de statistiques transfrontalières vom INSEE (Stelle für grenzüberschreitende Statistik - Statistisches Amt Frankreichs) explorative Arbeiten zur Schätzung der Grenzgängerströme in die Region Grand Est initiiert. Der Bedarf an zuverlässigen Informationen war stetig gestiegen.
Die Berechnungen basieren unter anderem auf der französischen Volkszählung und administrativen Quellen wie der Datenbank aller Arbeitnehmer (Base tous salariés) und ermöglichen eine Schätzung der Grenzgängerströme nach Frankreich, insbesondere in die französische Grenzregion Grand Est. So gab es laut INSEE im Jahr 2022 fast 1.050 Einpendler in der ehemaligen Region Lothringen. Sie verteilen sich wie folgt: Die meisten kommen aus Luxemburg (420 Arbeitnehmern), gefolgt vom Saarland (350) und Wallonien (220). Rheinland-Pfalz hat die wenigsten Grenzgänger in Lothringen: Nur 60 von ihnen überqueren die Grenze, um in Lothringen zu arbeiten.
In der Region Grand Est gab es 3.480 Grenzgänger, von denen die Mehrheit aus Deutschland stammt (2.130 Arbeitnehmer, d. h. etwa 61 % der Einpendler). Das Verhältnis zwischen der Zahl der Ein- und Auspendler in der Region Grand Est zeugt von dem großen Ungleichgewicht, das diese Grenzgängerbewegungen kennzeichnet. Im Durchschnitt kommen auf einen Einpendler, 60 Auspendler. Dieses Verhältnis beträgt 1 zu 220 bzw. sogar 1 zu 250 für Luxemburg und die Schweiz. Eine mögliche Erklärung für die hohe Zahl der Grenzgänger, die in diese beiden Länder auspendeln, könnte teilweise in den Lohnunterschieden zwischen den Arbeitnehmern im Grand Est und den Grenzgängern liegen. Im Durchschnitt verdient ein Grenzgänger, der in der Schweiz arbeitet, das 2,6-Fache eines Nicht-Grenzgängers, der im Grand Est arbeitet. Dieses Verhältnis beträgt 1,7 zu Luxemburg, 1,5 zu Deutschland und 1,3 zu Belgien.
Schließlich unterscheiden sich Grenzgänger, die in die Region Grand Est pendeln, in mehreren sozioprofessionellen Merkmalen von Nicht-Grenzgängern. Zunächst einmal sind sie im Bildungssektor überrepräsentiert, der jeden fünften Grenzgänger beschäftigt. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Personen mit Wohnsitz in Deutschland, die als Lehrkräfte im Sekundar- oder Hochschulbereich tätig sind. Zweitens verfügen die Einpendler nach Frankreich über ein höheres Qualifikationsniveau als die Auspendler. So ist der Anteil der Arbeitnehmer, die eine Führungsposition oder einen höheren intellektuellen Beruf ausüben, bei den Einpendlern (42 %) deutlich höher als bei den Auspendlern und Nicht-Grenzgängern (17 % bzw. 14 %).
Leider erlaubt die vom INSEE zur Schätzung der Einpendlerströme nach Frankreich verwendete Methodik keine Berechnung der Zahlen für die vergangenen Jahre. Daher ist eine Analyse der Entwicklung dieser Ströme noch nicht möglich.
Die in diesem Artikel verwendeten Daten stammen aus einer im November 2025 veröffentlichten Studie des INSEE. Die vollständige Studie kann unter folgendem Link eingesehen werden: https://www.insee.fr/fr/statistiques/8659104#onglet-2

