Arbeitsproduktivität und BIP-Entwicklung

Rückgang der Arbeitsproduktivität in der Großregion im Jahr 2020

Im Jahr 2020, mit dem Hintergrund der Gesundheitskrise, hat Erwerbstätiger in der Großregion Waren und Dienstleistungen im Gegenwert von durchschnittlich 78.780 Euro hergestellt. Damit liegt die Arbeitsproduktivität im Kooperationsraum um 21,2% über dem Niveau der EU-27. In der Großregion liegt Luxemburg mit einem nominalen BIP von 150.630 Euro pro Erwerbstätigen im Jahr 2021 deutlich an der Spitze. Dieser Abstand zu den anderen Teilregionen ist in erster Linie auf den hohen Anteil des Finanz- und Versicherungssektors und der von ihm abhängigen Bereichen an der Wertschöpfung zurückzuführen. Mit großem Abstand folgen die Wallonie, die 2020 allerdings immer noch einen höheren Wert als der Durchschnitt der Großregion (82.040 Euro) aufweist, und Rheinland-Pfalz, das 2021 die Schwelle von 80.000 Euro pro Erwerbstätigen überschreitet. In der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und in Lothringen erreicht die Arbeitsproduktivität im Jahr 2020 mit 74.042 bzw. 68.988 Euro ein Niveau, das unter dem großregionalen Durchschnitt, aber deutlich über dem europäischen Durchschnitt liegt. Schließlich liegt die Arbeitsproduktivität im Saarland im Jahr 2021 knapp unter dem lothringischen Niveau von 2020 und dem EU-Niveau von 2021 (68.233 Euro).

Arbeitsproduktivität zwischen 2017 und 2021

Nominales BIP pro Erwerbstätigen (am Arbeitsort) in Euro zwischen 2017 und 2021

Berechnungen: IBA-OIE
Quellen:
Wallonie: Erwerbstätige: ICN, Comptes régionaux; BIP: ICN, Comptes régionaux. 2003-2019: IWEPS-Berechnungen anhand der Daten des ICN, Comptes régionaux (Februar 2021). 2020: Prognose für Wallonien (Wirtschaftstrends, Oktober 2021).
DG Belgien: Erwerbstätige: ICN, Comptes régionaux; BIP: STATBEL, Institut für Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen
Saarland, Rheinland-Pfalz: Erwerbstätige: Erwerbstätigenrechnung der Länder; BIP: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder
Lothringen: Erwerbstätige: INSEE Estimations d'emploi; Daten für 2019 und 2020 sind vorläufig; BIP: INSEE, Comptes régionaux base 2014 (Werte vor 2017 endgültig). 2018 und 2019 halbdefinitiv; 2020 vorläufig
Luxemburg: Erwerbstätige: Eurostat; BIP: STATEC, Comptes nationaux
EU: Erwerbstätige: Eurostat; EU: BIP: Eurostat (ESVG2010 / ESVG2010)

Zwischen 2019 und 2020 ist der Wert der Waren und Dienstleistungen, die von einem in der Großregion arbeitenden Erwerbstätigen produziert werden, im Durchschnitt um 2,3% gesunken, was einem Rückgang von rund 1.900 Euro entspricht. Auf europäischer Ebene ist ein etwas stärkerer Rückgang zu verzeichnen (-2,9%). Luxemburg ist die einzige Komponente, in der das nominale BIP pro Erwerbstätigen steigt, wenn auch nur mäßig (+0,5%). Den größten Rückgang verzeichnet Lothringen (-5%), gefolgt von der Wallonie (-4,3%), dem Saarland (-3,1%) und schließlich Rheinland-Pfalz (-1,4%). Im Vergleich zu den Auswirkungen der Finanzkrise zwischen 2008 und 2009 fällt der Rückgang der Arbeitsproduktivität in der Großregion während der Gesundheitskrise allerdings weniger stark aus (-3,0% zwischen 2008 und 2009). Trotz des Rückgangs zwischen 2019 und 2020 hat das nominale BIP pro Erwerbstätigen zwischen 2010 und 2020 dennoch ein Jahrzehnt dynamischen Wachstums in der Großregion erlebt, das durch einen Anstieg um 17,2% gekennzeichnet war und damit etwas stärker als in der EU-27 (+15,9%) zugenommen hat. Im Jahr 2021 fügen sich die verfügbaren Daten in den Kontext der wirtschaftlichen Erholung ein, da Rheinland-Pfalz, Luxemburg und das Saarland in den letzten zehn Jahren nie erreichte Zuwächse verzeichnen konnten (+ 13,2%, + 10,8% bzw. +5,1%).

Starke Rezession in allen Teilregionen während der Gesundheitskrise

Im Jahr 2020 verzeichneten alle Teilregionen der Großregion einen Rückgang ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Eine der Komponenten der Arbeitsproduktivität ist das Bruttoinlandsprodukts BIP (geteilt durch die Zahl der Erwerbstätigen). So lässt sich der Rückgang des BIPs, den alle Teilregionen der Großregion im Jahr 2020 verzeichneten, weitgehend durch den Rückgang der Arbeitsproduktivität erklären, der im selben Jahr zu verzeichnen war. Auf europäischer Ebene verzeichnete das reale BIP einen Rückgang um 5,9%. In der Großregion verzeichnete die Wirtschaftsleistung in Lothringen den stärksten Rückgang (-8,4%), gefolgt vom Saarland (-6,4%), der Wallonie (-6,2%) und Rheinland-Pfalz (-4,0%). Die luxemburgische Wirtschaft konnte sich besser halten und verzeichnete einen Rückgang des BIPs um "nur" 1,8%. Dieser Rückgang des Wertes der im Großherzogtum produzierten Waren und Dienstleistungen ist jedoch ein Novum, denn seit 2013 liegt das BIP-Wachstum des Landes durchweg über 2% und erreichte 2017 sogar 5%. Sowohl das Jahr 2017 als auch das Jahr 2014 zeichnen sich durch eine positive Wirtschaftsentwicklung in der gesamten Großregion aus, mit Zuwächsen des realen BIP in allen Teilregionen. In den anderen Jahren seit 2013 hingegen stagnierte das BIP im Saarland und in Lothringen, deren Wirtschaft auf Industrie basiert, oder ist rückläufig. Im Gegensatz dazu ist die Wirtschaftsleistung in Rheinland-Pfalz und der Wallonie fast durchgängig positiv. In Rheinland-Pfalz gab es jedoch 2013 einen leichten Rückgang (-0,1%) und 2018 und 2019 moderatere Zuwächse als in der Wallonie.

Die für 2021 verfügbaren Daten deuten auf einen starken Aufschwung der Wirtschaftsleistung in Luxemburg (+9,6%) und Rheinland-Pfalz (+6,9%) hin. Im Saarland wird dieser jedoch weniger ausgeprägt sein (+1,4%).

Entwicklung des BIP

Reale Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts zwischen 2013 und 2021 (Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %)

Berechnungen: IBA·OIE
Quellen:
Saarland, Rheinland-Pfalz: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen des Bundes und der Länder (Index 2015)
Wallonie: ICN, Comptes régionaux
Lorraine: INSEE, Comptes régionaux base 2014
Luxemburg: STATEC, Comptes nationaux